Objekt des Monats Februar 2019

Augarten-Urne "Jugendstil"

Urne „Jugendstil“
Inv.Nr. BFM-217
Porzellan, bemalt, teilvergoldet
30 x 21 cm
1999
Porzellanmanufaktur Augarten

Von Hand gefertigt und handbemalt: Diese Urne ist eines von drei Modellen, die die Bestattung Wien exklusiv bei der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten bezieht. 1718 gegründet, ist Augarten nach Meißen die zweitälteste Porzellanmanufaktur Europas. 

Der 30 cm hohe Aschenbehälter aus Weißporzellan trägt ein Jugendstil-Dekor in den Farben Gold, Grün und Schwarz. Auf dem Deckel sitzt ein hoher Zapfen.

Jede Urne ist ein Unikat: Eine „Malernummer“ gibt Auskunft, welcher Mitarbeiter bzw. welche Mitarbeiterin sie bemalt hat: ebenso wie das bei jedem anderen handbemalten Porzellanobjekt von Augarten der Fall ist, von den Kaffeetassen nach dem Design Josef Hoffmanns bis zu den Porzellanhengsten der Wiener Hofreitschule.

Augarten-Urnen sind auch individuell gestaltbar. So kann etwa ein eigener Schriftzug oder ein Familienwappen angebracht werden. Dafür eignen sich aber die beiden weiteren Modelle mit ihrem sehr schlichtem Gold- bzw. Platindekor eher.  

Mit Kosten von rund 1.000 Euro liegt eine Urne von Augarten im obersten Preissegment. Doch in Wien ist es erlaubt, Urnen zu Hause aufzubewahren, womit man sich eher für ein so edles Stück aus einem Traditionsunternehmen entscheidet.

Außerdem gibt es so genannte Memorialurnen: rund 10 cm hohe Miniaturausgaben der „großen Urnen“, in denen ein symbolischer Teil der Kremationsasche verwahrt werden kann. Sie eignen sich dafür an einem Ort aufgestellt zu werden, der dem oder der Verstorbenen wichtig war.

Kremationsasche wird im Übrigen nicht direkt in die Urne gefüllt, sondern in eine so genannte Aschenkapsel. Meist handelt es sich dabei um einen Behälter aus Leichtmetall wie Aluminium, der von der Form her einer Urne wie der hier vorgestellten ähnelt. Die Aschenkapsel wird in die „Überurne“ oder „Schmuckurne“ eingepasst.

In Wien werden aktuell rund ein Drittel der Verstorbenen eingeäschert. In Deutschland oder der Schweiz ist der Prozentsatz der Feuerbestattungen weit höher. Allerdings entscheiden sich immer mehr Wienerinnen und Wiener für eine Einäscherung. 

Text: Helga Bock, Abbildung: B&F Wien/Bestattungsmuseum